Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis

Weltweit ist rheumatoide Arthritis die häufigste chronisch entzündliche Gelenkerkrankung.1,2 Betroffen sind meist Menschen ab dem 40. Lebensjahr, wobei Frauen weit häufiger unter der Erkrankung leiden als Männer.1 Da bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten eine genetische Prädisposition mit einer HLA-DR4-Expression und anderen immungenetischen Merkmalen festgestellt werden kann, liegt der Schluss nahe, dass es sich wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung handelt.3

Krankheitsbild

Durch eine chronische Synovitis kommt es zu progredienter Degradation der Knorpel- und Knochenmasse mit zumeist symmetrischem Befallsmuster der Gelenke in Form von Schwellungen und sinkender Beweglichkeit. Im weiteren Verlauf kann es außerdem zu extraartikulären Manifestationen an inneren Organen, Augen und Gefäßen kommen. Dadurch sinkt auch die zu erwartende Lebenszeit der Patienten.3

Leitliniengerechte Behandlung (Stand 01.06.2021)

Zur aktuellen Leitlinie

Gemäß der deutschen S2e-Leitlinie4 und den Guidelines der Europäischen Rheumaliga5 sollte die Behandlung so früh wie möglich beginnen, um eine nachhaltige Remission oder wenigstens eine geringe Krankheitsaktivität zu erreichen. Regelmäßige und häufige Kontrollen ermöglichen eine zeitnahe Anpassung der Therapie, sofern nicht innerhalb von drei Monaten eine Besserung der Symptomatik bzw. innerhalb von sechs Monaten das Therapieziel erreicht wird. Dabei wird auf folgende Therapiemöglichkeiten gesetzt:

  • Erstlinientherapie4,5
    • Behandlung mit dem konventionellen synthetischen DMARD (disease-modifying antirheumatic drug, krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum) Methotrexat (MTX), bei Kontraindikationen mit Leflunomid oder Sulfasalazin.
    • Kurzzeitige Kombination mit Glukokortikoiden mit frühestmöglicher Dosisreduzierung
  • Second-Line-Therapie4,5
    • Bei günstigen Prognosefaktoren zunächst weiterer Versuch mit einem synthetischen DMARD, auch in Kombination mit MTX
      Oder
    • Bei ungünstigen Prognosefaktoren und/oder weiterem Therapieversagen Erweiterung der Erstlinientherapie um ein biologisches DMARD (z. B. TNF-α-Inhibitor Infliximab bzw. ein zugelassenes Infliximab-Biosimilar)
      Oder
    • Die Erweiterung der Erstlinientherapie um JAK-Inhibitoren

Literatur

1. Hammer, M. Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis). In: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. (Hrsg.). Merkblatt RHEUMA 2017, 1-2. https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/1.2_Rheumatoide_Arthritis.pdf Letzter Zugriff: 01.06.2021
2. Hense, S, Luque Ramos, A, Callhoff, J et al. Prävalenz der rheumatoiden Arthritis in Deutschland auf Basis von Kassendaten. Z Rheumatol 2016, 75:819–827
3. Walter de Gruyter GmbH. Pschyrembel Online. Rheumatoide Arthritis. https://www.pschyrembel.de/Rheumatoide%20Arthritis/K02XB Letzter Zugriff: 01.06.2021
4. Fiehn C, Holle J, Iking-Konert C et al. S2e-Leitlinie: Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten. Z Rheumatol 2018; 77(Suppl.2):S35-S53
5. Smolen JS, Landewé R, Bijlsma J et al. EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs: 2016 update. Ann Rheum Dis 2017, 76:960-977